Kiez

Eine Schatzkiste in Connewitz

Zu verschenken ... in Connewitz.

Wenn drei Leutchen in zwei Zimmern leben, dann kann es schnell unübersichtlich in der Wohnung werden. Für Susanne (wirklicher Name der Redaktion bekannt 🙂 ) gilt daher der Grundsatz: “Ordnung schafft Ruhe”.

 

Susanne hat vor kurzem geheiratet und lebt mit ihrem Mann in der Herderstraße in Connewitz.

Wegen der Ordnung und der Ruhe mistet sie regelmäßig aus. Zum Wegwerfen sind die Dinge dann aber auch zu schade. Also stellte sie am Montag vergangener Woche einige dieser überzähligen Sachen auf die Straße und versah alles mit dem Vermerk “zu verschenken”. In der Auswahl waren diesmal Schneidebrettchen, ein Buch über Männer in der Elternzeit (wer braucht das schon), eine Haarwäsche – und – eine kleine Schatzkiste.

Die Schatzkiste war so eine, die eigentlich nur Platz wegnimmt und meist stört. Susanne zweifelte zwar noch: “Brauchen wir eigentlich auch nicht oder vielleicht doch für eine Schatzsuche im Garten? Ach nee…!” – und weg damit.

Der Schreck kam, als ihr Mann am gleichen Abend noch Geld brauchte, damit er beim Fußball gucken nicht anschreiben musste. WO IST DIE SCHATZKISTE?

“Ach du Scheiße …” – das Hochzeitsgeschenk, dass er selbst in der Schatzkiste versteckte – über tausend Euro – war weg. Mit der Hoffnung der Verzweifelten rief Susanne im Fundbüro an, hing Zettel aus und fragte bei “Mein Connewitz” auf Facebook an, ob jemand etwas gesehen hätte.

Dann die Überraschung – nur knapp mehr als 24 Stunden später, meldete sich eine Frau aus der Nachbarschaft. Als sie ihren Fund inspizierte erschrak sie sehr. Sie und ein Freund sahen später die Aushänge von Susanne und nahmen Kontakt zu ihr auf. Für die Nachbarin war klar, “die Schatzkiste muss ich wieder zurück bringen” – gelohnt hat es sich für sie – sie darf die Kiste behalten und hat zudem einen Finderlohn bekommen.

Und Susanne? Sie ist froh in Connewitz zu wohnen, wo sich wieder einmal gezeigt hat, dass es ehrliche und solidarische Menschen gibt. Sie überlegt sich bestimmt das nächste mal, was sie auf die Straße stellt … oder auch nicht 😉

Das ist mal eine Geschichte aus Connewitz.

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