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Organisierter Angriff von Neonazis und Hooligans auf Connewitz

Jetzt ist klar: es war eine hochorganisierte und vorab abgestimmte Attacke von Neonazis und Hooligangs auf Connewitz.

Vor einem Monat, am 11. Januar 2016, zerstörten über 200 Neonazis und Hooligans zahlreiche Geschäfte, Kneipen, Imbisse und Vereinsräume in der Wolfgang-Heinze-Straße in Connewitz.

Sie kamen aus Leipzig, Dresden, Eilenburg, Berlin und dem weiteren Leipziger Umfeld. Und sie gehören der Neonaziszene an – sie sind Anhänger extrem rechter Gruppierungen. Zudem ist ein großer Teil den Hooliganszenen von Fußballclubs, darunter 1. FC Lok Leipzig, Dynamo Dresden oder Rot-Weis Erfurt zuzuordnen.

Die Behörden hatten im Vorfeld des Angriffs und der Zerstörung in Connewitz nach eigenen Aussagen keine Ahnung (oder wie sie es nennen “keine Erkenntnisse”).

Wo und was passieren könnte, so der sächsische Innenminister Ulbig (CDU) auf Anfrage der Abgeordneten Kerstin Köditz (DIE LINKE), dafür gab es keine Informationen. Köditz fasst zusammen: “Der gewalttätige Angriff auf den Stadtteil Leipzig-Connewitz am 11. Januar 2016 war eine konzertierte Aktion von Neonazis und Hooligans.” und weiter “Ein besonders schlechtes Bild hinterlässt bei alledem der sächsische ‘Verfassungsschutz'”.

Das sächsische Innenministerium ermittelt aktuell gegen 215 Tatverdächtige wegen schweren Landfriedensbruchs.

So  verlief der Angriff in Connewitz: Die Neonazis parkten ihre Autos am Connewitzer Friedhof und liefen dann vermummt zur Wolfgang-Heinze-Straße. Dort hinterließen sie auf mehreren hunderten Metern eine Spur der Zerstörung. Kneipen, Imbisse, Geschäfte und Vereinsräume wurden mit “Werkzeugen” wie Äxten, Steinen und Feuerwerkskörpern angeriffen.

 

In den vergangenen Wochen erfuhren die Betroffenen eine Welle der Solidarität. So wurde ein Solidaritäts-Straßenfrühstück organisiert und seit dem Überfall sammelt der Sportverein “Roter Stern Leipzig” Spendengelder.

 

Quellen

Kleine Anfragen der Abgeordneten Kerstin Köditz, Fraktion DIE LINKE an den Präsidenten des Sächsischen Landtages:

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