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Leopoldpark in Connewitz ist Thema im Stadtrat Leipzig

Ein Park in Connewitz soll verkauft werden – Preis: über 2 Millionen Euro. So weit so bekannt, aber es gibt Widerstand im Viertel und darüber hinaus. Am Mittwoch (15. April) tagt der Stadtrat Leipzig und der Leopoldpark wird ein Thema sein.

Die Stadträtin der Piraten, Ute Elisabeth Gabelmann, hat angekündigt einen Antrag einzureichen, der eine Änderung des Bebauungsplanes vorsieht. Demnach soll das Grundstück als Grünfläche ausgewiesen werden. Begründet wird der Antrag damit, dass der “Eigentümer [in der Vergangenheit] keinerlei Interesse daran gezeigt [hat], das Grundstück wirtschaftlich zu verwerten” und weiter “… in dieser Zeit ist aus der Interimsgrünfläche ein vollwertiger Park geworden”. Ob ein solcher Antrag Erfolg haben wird ist offen, aber die zukünftige Nutzung der Grünfläche wird thematisert und in die entsprechenden Gremien der Stadt Leipzig verwiesen. Diese werden eine Entscheidung treffen müssen – und – es wird Zeit gewonnen um Alternativen zu entwickeln.

Auch die Stadträtin der Partei “Die Linken”, Juliane Nagel, fordert einen Diskurs zur zukünftigen Nutzung der  Grünfläche. Sie gesteht zwar ein, dass “die Möglichkeiten der Mitbestimmung über die Nutzung von Flächen in privater Hand … naturgemäß gering” sind, aber “zahlreiche AnwohnerInnen in Connewitz sind jedoch nicht bereit die bis dato als öffentliches Grün nutzbare Fläche widerspruchslos aufzugeben.” und stellt Fragen an die Stadt Leipzig zur geplanten Nutzung und der Beteiligung der Connewitzer. Dazu gehört auch zu prüfen, ob sich die Stadt Leipzig für ein Projekt zur sozialen Wohnraumsversogung stark machen sollte, da vor dem Hintergrund des Bevölkerungswachstum perspektivisch mehr Wohnfläche benötigt wird. Auch “… über eine Nutzung der Fläche als Standort für eine Asylunterkunft ist nachzudenken”, so Juliane Nagel.

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Die Stadt Leipzig selbst hält sich bis jetzt zurück. Auf Nachfrage stellt das zuständige Amt lediglich fest, dass das Flurstück 249, Wolfgang-Heinze-Straße “… zu keiner Zeit im städtischen Besitz” war. Dennoch seien auf dem Gelände mit Städtebaufördermitteln im Übereinkommen mit dem Eigentümer der Fläche, “… eine befristete öffentliche Nutzung sowie Gestaltung (TT-Platte, Sitzbänke, Sandkasten) realisiert und eine Unterhaltung der Fläche gesichert”  wurden. Weiter heißt es “… welche Bebauung vorgesehen ist kann zur Zeit nicht präzisiert werden”. Sie verweist weiterhin darauf, dass es mit dem Kronengarten, dem Herdplatz und dem Streetballplatz am Connewitzer Kreuz umfangreiche Grünflächen vorhanden wären.

Viele Connewitzer haben sich an das Stück Natur gewöhnt und sind nicht sonderlich über den Verkauf erfreut. Auf Facebook hat sich eine Gemeinschaft von mehr als 800 Sympathisanten gefunden, die darüber nachdenken wollen, wie der Park erhalten werden kann.

Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen.

 

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