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Graffitiverein verarbeitet Flüchtlingsdrama im Mittelmeer in einer Arbeit in Connewitz

Graffitiverein Leipzig verarbeitet Flüchtlingsdrama mit Arbeit "Farm der Tiere" in Connewitz (Foto: Stephan Berger)

Anfang Juni 2015 ist die neue Arbeit des Graffitivereins Leipzig e.V. an der Ecke Arno-Nitzsche-/Bernhard-Göring-Straße in Connewitz fertig geworden. 12 Künstler verarbeiteten in diesem Werk das Flüchtlingsdrama, dass sich zur Zeit im Mittelmeerraum abspielt.

Graffitiverein Leipzig verarbeitet Flüchtlingsdrama mit Arbeit "Farm der Tiere" in Connewitz (Foto: Stephan Berger)
Graffitiverein Leipzig verarbeitet Flüchtlingsdrama mit Arbeit “Farm der Tiere” in Connewitz (Foto: Stephan Berger)

Sie nehmen in den Bildern des Graffiti direkten Bezug zu dem Roman “Farm der Tiere” von Georg Orwell aus dem Jahr 1945. Im Roman rebellieren die Tiere auf der englischen “Manor Farm” und fordern Gleichheit und eine klassenlose Gesellschaft. Sie stellen sich 7 Gebote auf, nach diesen sie in Zukunft leben wollen, u.a. “Kein Tier soll ein anderes Tier töten.” und  “Alle Tiere sind gleich.” Doch plötzlich werden die Schweine zu unbarmherzigen Diktatoren und bringen das Gleichgewicht durcheinander. Die selbst gestellten Regeln werden in der Folge geändert, aus “Kein Tier soll ein anderes Tier töten” wird “Kein Tier soll ein anderes Tier töten ohne Grund“.

Zuletzt bleibt nur noch eine Regel übrig “Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher.”

“Das Graffiti nimmt Bezug zur “Festung” Europa, die zu Wohlstand gelangt ist. Immer mehr entsteht das Gefühl,  dass in Teilen gegen die selbstgewählten moralischen Werte und gegen die christlichen Gebote, die die Kulturgeschichte Europas lange Zeit geprägt haben, verstossen wird.” so Sebastian Drechsel vom Graffitiverein aus Connewitz. “Die westlichen Nationen bestimmen mit ihrer Wirtschaftsmacht die Regeln und schotten sich ab. Sie nehmen dabei auch in Kauf, dass Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer sterben.”
Auf den Bildern sind die Ertrinkenden im Meer neben einem Diktator dargestellt. Im Roman von Georg Orwell ist es das Schwein “Napoleon”.

Zentral um den Spruch “All animals are equal, but some animals are more equal than others” ist Garfild dargestellt. “Mit seinem Auftritt stellt er dar, dass der Weg der Diktatur der Schweine nicht der richtige sein kann, aber er belässt es bei seinen Protesten und lässt keine Taten folgen.” sagt Sebastian Drechsel und weiter “gemeint auch als kleine Kritik an Zeitgenossen, die durch gewaltätigen Aktionen auffallen, wie die an der Leiter angelehnte Basekeule darstellt. Die Wut der Leute kann ich verstehen, aber die Art und Weise des Protestes ist kontraproduktiv und wird keine Veränderung herbei führen. So werden nicht die Köpfe der Bevölkerung erreicht. Lauter Protest ja und das Vorleben der eigenen Werte sind wichtiger als Ignoranz und Hass zu sähen.”

Das Graffiti ist keine Auftragswerk und ist von 12 Künstlern innerhalb von 4 Wochen ehrenamtlich entstanden. Der Graffitiverein Leipzig e.V. aus Connewitz hat die Farben gestellt. Die Bereinigung, Säuberung und Grünarbeiten rund um das Gebäude ist von den Sprayern in Eigenleistung erfolgt. Der Gragenbesitzer hat die Grundierung und den Abtransport des Mülls organisiert.

Graffitiverein Leipzig e.V. im Internetwww.graffitiverein.de | Facebook

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