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40.000 Euro nach Nazi-Attacke in Connewitz gesammelt

Bei einer gemeinsamen Spendenaktion der Amadeu Antonio Stiftung und dem Sportverein Roter Stern Leipzig wurden über 40.000 Euro gesammelt. Die Aktion wurde nach der Nazi-Attacke am 11. Januar in Connewitz ins Leben gerufen.

“Durch die Angriffe auf die belebten Geschäfte in Connewitz sind Menschen zu Schaden gekommen. Wenn auch mehrheitlich nicht körperlich, so doch finanziell.”, so Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung und weiter: “Wir freuen uns mit der erfolgreichen Spendenaktion symbolisch und solidarisch darauf antworten zu können. Ich danke allen für die überwältige Unterstützung.”

Insbesondere in der Wolfgang-Heinze-Straße war der Sachschaden groß – in vielen Fällen wurden die dadurch verursachten Kosten nicht durch Versicherungen abgedeckt. Betroffene konnten eine Spende zur Unterstützung ungedeckter Kosten beantragen. Viele Anträge gingen daraufhin ein und wurden bewilligt.

Besonders hart war das Bistro Shahia betroffen. Angreifer waren eingedrungen und hatten massiv randaliert. Mittlerweile hat das Bistro wieder geöffnet. Die Kosten für die notwendigen Reparaturen konnten mit Spenden ausgeglichen werden. Zahlreiche Fensterscheiben weiterer Geschäfte waren durch Steinwürfe, geworfene Mülltonnen oder Gullydeckel zerstört worden.

Das Musikhaus Korn und die Videothek FilmOASE wurden beispielsweise durch die Übernahme der dadurch verursachten Kosten mit Spenden unterstützt. Auch die Buntgarn Stickerei musste die Fensterscheibe des Ladens erneuern lassen. Inhaberin Franziska Gerhardt fühlte sich durch die Spendenaktion nicht nur finanziell unterstützt: “Neben der großen finanziellen Unterstützung entlastet die Spendenbereitschaft und die Solidarität aller HelferInnen auch die Seele. Die Menschen rücken zusammen und unterstützen einander wo es nur geht – ganz egal welcher Herkunft. Das hat mich sehr beeindruck.”

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Adam Bednarsky, Geschäftsführer des Roten Stern Leipzig zieht Bilanz: “Noch als die Masse der Nazis im Polizeikessel auf der Auerbachstraße mit der Nase in der Pfütze lag, kamen draußen die Leute zusammen und überlegten, was zu tun ist. Am nächsten Tag lief die Spendensammlung an, vom Roten Stern und der Amadeu Antonio Stiftung organisiert. Das hat uns zusammen geschweißt, die Straße lebt, und die Rechten haben Verfahren am Hals. Eine vollkommen sinnlose Aktion!” Zudem möchte sich Adam Bednarsky bei “allen bedanken, die zum Gelingen dieser großartigen Spendenkampagne beigetragen haben.”

Es darf übrigens weiter gespendet werden:

Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung, Stichwort: Leipzig
IBAN: DE75 4306 0967 6005 0000 02
BIC: GENODEM1GLS

 

Quelle

Pressemitteilung der Amadeu Antonio Stiftung und des Roten Stern Leipzig ´99 e.V. – Inland/Rechtsextremismus

 

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